Forscher finden
Grund für tiefe Temperaturen im Sunshine-State
New York/Miami (pte, 1. Dezember 2003 17:01) - Mit der Trockenlegung der
einst so üppigen Sümpfe und Feuchtregionen zu landwirtschaftlichen
Nutzland sind die Temperaturen in Süd-Florida gefallen. In den
vergangenen Jahren gab es immer öfter Temperaturen unter null Grad, und
wie Forscher der Colorado State University berechneten, immer größere
Schäden für die Landwirtschaft, berichtet die New York Times
http://www.nytimes.com .
Feuchtbiotope und Sümpfe halten nämlich nach dem umfassenden Berechnungen
der Forscher die Wärme besser als flache landwirtschaftlich
bewirtschaftete Landstriche. Anhand von Computermodellen konnten die
Wissenschaftler um Roger A. Pielke, Spezialist für atmosphärische
Forschung an der Colorado State University, errechnen, wie sich die kalte
Luft über der Halbinsel ausbreitet. Wären die Gebiete heute immer
noch
Feuchtbiotope, würde die Temperatur dort deutlich höher sein, so der
Forscher. "Wir konnten eindeutig feststellen, dass die Feuchtgebiete wie
ein Puffer gegen die kalten Temperaturen wirkten", so der Experte. Die
natürliche Vegetation der ursprünglichen Biotope können die Wärme
besser
halten. Dadurch gibt es weniger Tage, an denen es friert.
Schuld an der Klimamisere im Sunshine-State waren die Siedler, die zu
Beginn des 20. Jahrhunderts den Bundesstaat kahl schlugen, hunderte
Kilometer von Kanälen und Drainagen errichteten, damit die Landwirtschaft
auch im südlichen klimatisch begünstigten Teil möglich wird.
Doch in der
Zwischenzeit wissen auch die Bauern in Süd-Florida, dass der Frost
plötzlich und über Nacht kommen kann und dann Zuckerrohr, Tomaten,
Paprika und Salat zerstört. Im Jänner 1997 hat ein einbrechender Frost
Schäden von mehr als 300 Mio. Dollar verursacht. Seither ist der Frost
immer wieder gekommen und jedes Mal betrugen die Schäden mehrere hundert
Mio. Dollar.
"Feuchtgebiete und Sümpfe sorgen für eine hohe Luftfeuchtigkeit
durch die
starke Verdunstung. Diese hält die Temperaturen während der Nacht
höher",
führt Studienleiter Curtis Marshall von der Colorado State University
aus. Die Temperaturunterschiede betrugen in den Computermodellen etwa
zwei Grad Celsius. Nach Ansicht des Experten ist das genug, um die
Schäden bei Früchten und Gemüsen deutlich zu reduzieren. Nach
Angaben des
Klimatologen David Zierden ist Frost die größte Gefahr für Bauern
in
Florida. Der Wissenschaftler hofft, dass in Zukunft solche
Wettereinbrüche genauer vorhergesagt werden können.
Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Wolfgang Weitlaner