UNESCO-Behörde
schlichtet Wasser-Konflikte
Krieg um "nasses
Gold" soll keine Chance gegeben werden
Paris/Kyoto
(pte, 21. März 2003 16:44) -
Die
Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und
Kommunikation (UNESCO) http://www.unesco.org gründet eine neue
"Wasser-Kooperations-Einrichtung". Ziel der Einrichtung mit Sitz an
der
UNESCO-Paris ist es, Wasser-Streitfragen zu vermitteln. Die Errichtung
der Vermittlungsbehörde wurde heute, Freitag, vom Generaldirektor der
UNESCO Kochiro Matsuura im Rahmen des 3. Weltwasser-Forums in Kyoto bzw.
Shiga bekanntgegeben.
"Ziel der Einrichtung ist, es im Krisenfall zu reagieren und wenn es von
den Beteiligten gewünscht wird zu intervenieren, um so einen
Wasserkonflikt zu verhindern", erklärt Matsuura. Staaten sowie NGOs
oder
Privatunternehmen können sich an die Behörde wenden, um einen bestehenden
Konflikt über internationale Wasserressourcen oder lokale Streitfälle
mit
internationaler Auswirkung beizulegen. Dies ist unabhängig davon, ob es
sich um eine Auseinandersetzung über ein neues Dammprojekt an einem
gemeinsamen Fluss oder die Verschmutzung eines internationalen Aquifer
handelt.
Die Services der gemeinsamen Initiative der UNESCO und des World Water
Councils http://www.worldwatercouncil.org umfassen u.a. die technische
und rechtliche Beratung, Schulungen in Wasser-Verhandlungen sowie
Schlichtungsverfahren. Das gesamte weltweit verstreute Expertennetzwerk
des International Hydrological Programmes (IHP) steht der Einrichtung zur
Erleichterung von Diskussionen und zur Forschungskoordination zwischen
Ländern zu Verfügung. Der Ständige Schiedsgerichtshof in Den
Haag
unterstützt die Einrichtung in rechtlichen Fragen.
Die UNESCO geht davon aus, dass der steigende Wasserbedarf einen
Konfliktherd darstellen wird. Es mangelt aber an Strukturen, die die
gemeinsame Nutzung geteilter Ressourcen, managen. Laut der Organisation
werden mehr als ein Drittel der 263 internationalen Flusseinzugsgebiete
von mehr als zwei Staaten geteilt. Bei 19 Flusseinzugsgebieten sind sogar
mehr als fünf Länder beteiligt. Für diese internationalen
Flusseinzugsgebiete stellen vor allem die Internationalisierung dieser
Gebiete, die Entstehung neuer unabhängiger Staaten und unilaterale
Entwicklungsprojekte eine Bedrohung dar. Große Konflikt-Gefahr sieht die
UNESCO derzeit in den Flusseinzugsgebieten Nil, Aral, Jordan und
Euphrat-Tigris.
Aussender:
pressetext.austria
Redakteur: Sandra Standhartinger